Förderkreis zum Wiederaufbau der St.Johanniskirche in Ellrich e.V.

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Baugeschichte

Die Johanniskirche ist eine verhältnissmäßig junge, dreischiffige Hallenkirche über 6 Säulen mit einem mittelalterlichen Chor. Das Äußere von Schiff und Chor ist durch Strebenpfeiler gegliedert, die den Gewölben entsprechen. Dem Schiff war im Westen eine Doppelturmfassade mit zwei schlanken Helmen angefügt. Die Türme wurden 1962 bis auf geringe Reste wegen Baufälligkeit abgebrochen. Zwischen Chor und Langhaus sind Annexe (Sakristei und Archiv); an der Nordseite des Chores führt eine Wendeltreppe auf den Kirchenboden.

Die heute rippenlosen Gewölbe des hochgotischen Chors ruhten ursprünglich auf in Spuren noch erkennbaren Wanddiensten, die nach zisterziensischer Art in etwa 3m Höhe mit einer Konsole abgekragt waren. Offenbar sind die Dienste nach Brandschäden abgeschlagen und die Gewölbe unten in primitiver Weise mit Gipsputz abgeschlossen worden. Angesichts der Wanddienste sind ursprünglich Rippengewölbe anzunehmen.

Zusammen mit dem im Mittelalter nur von der Walkenrieder Bauhütte verwendeten Nüxeier Dolomit deuten die Abkragungen der Wanddienste für den Chor auf Walkenrieder Bauleute und eine Bauzeit etwa im 14. Jahrhundert. An eine Verwendung von Abbruchmaterial aus der Ruine der Walkenrieder Kirche (d.h. frühestens Ende des 17.Jh.) ist hier kaum zu denken. Einer der südlichen Strebepfeiler trägt ein stark verwittertes Wappen mit schräggestelltem, leeren Wappenschild, darüber ein Helm mit Hirschstangen. Einige Werkstücke zeigen erhabene Steinmetzzeichen (?) in Form von Kreisen und Winkeln.

Über der östlichen Pforte des südlichen Anbaus (Sakristei) erweist ein rechteckiges Inschriftfeld mit CUM DEO und der Jahreszahl MDCCLV Bauarbeiten in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die beiden Strebepfeiler am querhausähnlichen, etwas größeren östlichen Nordgiebel des Schiffs tragen die Jahreszahlen MDCCLIV und (unter dem gut erhaltenen Honsteiner Schachbrett-Wappen) 1755.

Die Außenwände des Schiffs sollen den Brand von 1860 überstanden haben(1). Sonst ist das Schiff mit seitlichen Giebeln ein 1883 fertiggestellter Neubau.

Der erst für 1672 bzw. 1692-96 belegte Neubau der 1627 abgebrannten Türme steht im Widerspruch zu Merians um 1650 gezeichneter Darstellung mit den beiden Türmen (7). Die Zeichnung widerspricht auch der Schilderung eines von sechs runden Pfeilern getragenen Gewölbes vor dem Brande von 1627, die eine mehrschiffige Kirche bereits vor dem Brande von 1860 vermuten läßt. Der Kupferstich läßt nur ein Schiff erkennen, das schmaler als der offenbar jüngere Chor ist.

[Literaturverzeichnis ]

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